Mittwoch, 16. Februar 2011

A Day To Remember and Support


Gestern war wieder einmal ein Konzertbesuch im Dynamo angesagt. Also ging es ab nach Zürich, dann über die Brücke neben dem berüchtigten "Pärkli" und da wird man gleich alle 2 Meter angequatscht, ob man bestimmte Dinge kaufen möchte. Irgendwann könnt ihr auf der Titelseite vom Blick lesen, dass ich gewalttätig wurde. Aber man geht ja auch gute Mucke hören, damit man diese aggressiven Gefühle loswerden kann.
Ich habe dann auf meine Begleitung gewartet und während ich mich so umschaute festgestellt, dass ich das Durchschnittsalter mit meiner Anwesenheit stark erhebe! Und diese Gespräche: "Ja weisst du, die darf eigentlich überhaupt nicht an dieses Konzert weil die ist voll mehr Emo als Punk. Ihr Style ist voll anders als der von uns." "Ja, aber du kennst ja von denen auch nur einen Song und du sagst, du bist voll fäään." "Nein, vooooll nicht ey, aber SIIIE kennt voll nur einen Song." Als ich dann noch die Justin Bieber Frisuren sah, war ich mir VOLL nicht mehr sicher, ob ich am richtigen Ort war.
Das erste Konzert habe ich dann dank dieser interssanten Gesprächen auch glatt verpasst. Ich kann also kein Urteil über Adept fällen - leider. Die Shirts hatten aber super Motive!
Die 2. Band auf der Bühne hiess dann Peirce The Veil. Erster Gedanke: Es gibt einen Grund, warum gewisse Frauen keinen Post-Hardcore (gem. Wikipedia) machen sollten. Beim 2. Blick erkannte dann auch Sophie, dass dies doch ein Mann war. Ja! Was soll ich sagen? Sie haben mir nicht gefallen? Glatt untertrieben! So eine Band hat nichts auf einer Dynamo-Bühne verloren, auch wenn sie aus dem weiten, weiten Amerika kommen und das Ticket nur CHF 37.10 kostet. Da gibt es um die Ecke ein paar schweizer Bands, die wahrscheinlich 100x besser sind und nur auf so eine Gelegenheit warten! Rechts neben dem Fraumann stand einer mit 'ner Igelfrisur und links einer, der eine schwarzgefärbte Haaraugenklappe trug. Willkommen in der Zeit, in der man wenn man stylisch ist, auch ohne grosse musikalische Begabung auf eine Bühne kommt (leider nicht mit Playback). Auch war ich echt erstaunt als ich bei Wikipedia las, dass es diese Band schon seit 1998 gibt. Was waren die bei der Gründung?! 4 Jahre?! Scheinbar kann man sich die Jungs aber auf einer Scheibe gut anhören. (Jaja...)
Dann ging es aber endlich los mit guter Musik und Bayside aus New York beehrte uns! Guter Punkrock, coole Stimme, tolle Songs ohne grosses Bling-Bling! Einfach klasse! Diese Musik konnte mich dann richig runterholen und ich bin froh, haben sie den weiten Weg in die Schweiz ins Dynamo gefunden.
Dann war auch schon der Hauptact an der Reihe: A Day To Remember! Da kann man jetzt sagen: Post-Hardcore vom Feinsten! Das sind die, die Since U Been Gone von Kelly Clarkson gecoverd haben und mit diesem Song an extremer Beliebtheit gewonnen haben. Kann man jetzt gut finden oder nicht. Gute Leistung, coole Songs, wirklich Sehenswert! Ich bin nicht mit dieser Musik gross geworden, ich höre mir das auch nicht ständig zu Hause an... vielleicht mal im Auto. Aber für Konzerte ist diese Art von Musik wie gemacht - einfach zum Abgehen.
Trotzdem: Konzerte von unseren "Altrockern - und metallern", auch wenn die Fans stinken und ihre Schweisspeitschen knallen lassen, sind mir einfach noch lieber!

Montag, 14. Februar 2011

Getting lost is part of the journey - von Steve Blame


"Hi, Steve Blame here with MTV News"! Dieser Satz hat sich auch in mein Hirn gebrannt, auch wenn ich zu der Zeit wahrscheinlich noch so gut wie kein Wort Englisch verstand.
Aus dieser Zeit sind mir 2 Typen geblieben: Ray Cokes und Steve Blame, von dem ich eben dieses Buch gelesen habe.
Hauptsächlich geht es um das turbulente Leben von Steve Blame, seine Kindheit, sein Werdegang und um die Anfänge bei MTV Europe. Wie es war in den 80ern ein schwuler Moderator zu sein und wie es war, an einem kreativen Frensehprogramm mitzuwirken. Eine kleine Dokumentation über einen Musiksender, der nun keiner mehr ist.. irgendwie. MTV zeigte nicht nur Videoclips (und ich würde mir von Herzen wünschen, dass dieser Sender dies heute noch machen würde!!!), nein, MTV sprach Themen wie Aids, Drogen, Sexualität, Jugendproblem, Politik für Jugendliche und vieles mehr an. Und vielleicht wäre MTV noch MTV, wenn sie einige dieser Projekte beibehalten hätten.

Steve Blame erzählt offen von Höhen und Tiefen in seinem Leben. Von Drogen, wilden Parties und seinen Liebhabern und gleichzeitig von der Liebe zu seiner damaligen Arbeit, die Konzentration, die er dafür aufbrachte und von neuen Projekten.
Das Buch ist eine Reise mit Steve Blame... sehr cool aufgebaut: Während er schreibt und aus der Vergangenheit erzählt, sich dabei unglaublich verliert und dann während des Schreibens sich selbst wiederfindet - und er lässt uns daran teilhaben. Zum Beispiel wie er zu VIVA 2 wechselt, wie er da scheitert, weil er eigentlich nur wegen seines Namens eingestellt wurde.. benutzt, gebraucht und gefeuert.
Steve Blame hatte alles, lebte dort, wo die Träume der Stars und die Träume der Fans sich trafen - im Musikfernsehen. Er war Teil der Popkultur, Teil eines Hypes, er war Mr. MTV News.
Natürlich erzählt er auch über Treffen mit Stars wie Madonna, Tina Turner oder Boy George oder über Politiker wie zum Beispiel Gorbatschow oder über das Treffen mit dem Dalai Lama.
Obwohl ich nicht verstehe, dass jede auch ach so prominente Person ein Buch über sich schreiben muss, hat mich dieses Buch gefesselt. Der Grund? Musik... das Leben in den 80ern in unterschiedlichen Städten, die Politik und die Themen, Probleme und das Leben in dieser Zeit.

Die negativen Seiten an diesem Buch sind, so finde ich, dass Steve Blame über Drogen schreibt, als wären sie nicht gefährlich und als könnte man sie einfach an- und abschalten. Der Punkt wird mir viel zu lasch und zu einfach beschrieben... zu lustig, zu unbeschwert. Wer mich kennt weiss, dass ich damit so meine lieben Probleme habe. Darum müsste es auf diesem Buch eigentlich eine FSK-Beschränkung haben.;-) Noch ein Problem habe ich damit, dass es hier auch um einen Musiksender in England in den 80ern geht und Depeche Mode mit KEINEM Wort erwähnt wird! Das geht ja wohl überhaupt nicht!;-) Und dann hätten noch einige Bilder aus dieser Zeit von Steve Blame, mit Stars und ohne, nicht schaden können.

Aber im Ernst: Ich empfehle dieses Buch jedem, der an Musik und ihrer Geschichte interessiert ist und auch gerne mal, auch wenn mit schwerem Herzen, zurückschaut. So wie ich...

Das Musikfernsehen ist schon lange nicht mehr, was es einmal war. Und Steve Blame? Auch nicht. Ein Buch das einem lehrt, dass man sich manchmal erst verlieren muss, um sich selbst zu finden.

Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-7857-6039-0
379 Seiten

Montag, 7. Februar 2011

muba 2011 - Mustermesse Basel


Gestern besuchte ich wieder einmal die Muba. Diese Messe lohnt sich immer, so wie ich finde. Sowohl für Jung und Alt. Und wenn mir mein Arbeitgeber schon eine Dauerkarte schenkt, dann gibt es da für mich überhaupt nichts mehr zu überlegen!
Das Gastland ist diese Jahr Ägypten und mit ein wenig schwarzem Humor würde ich sagen: Wenn wir zur Zeit schon nicht nach Ägypten reisen sollten, kommt Ägypten halt zu uns!
Wie jedes Jahr gibt es viel Kulinarisches zu entdecken: Frische Feigen, Mandeln mit Honig und Sesam, Schokofrüchte, Trüffelöl, Olivenöl, diverse Wein- und Bierstände und die, die nichts Neues ausprobieren möchten, ja für die gibt es auch die ganz normalen Schnitzelbrote, Pommes und Pizza.
Nach der 2. Halle war ich bereits schon ein bisschen in einem Kaufrausch, nachdem ich mir ein Solar-Wackelschwein gekauft hatte und darum gehe ich noch ein zweites Mal hin, damit ich mir jetzt zu Hause Gedanken machen kann, was ich wirklich will.
Gekauft habe ich mir auch bereits einen Elvis-Hocker. Den gibt es auch mit Audrey Hepburn oder Marilyn Monroe Design - in fast allen Farben. Am Liebsten hätte ich alle 3 - verbindet mich aber mit Elvis mehr als mit den anderen und der Hocker sollte bei mir zu Hause dann doch einen speziellen Akzent setzen. Den Hocker habe ich mir bei PiDi Möbel AG gekauft. Jetzt hoffe ich nur noch, er wird richtig geliefert.
Ganz geile Möbel hatte auch RZ Galerie & Poco Loco Boutique aus Hunzenschwil. Für mich zur Zeit nicht unbedingt bezahlbar. Aber wie mir der liebe Verkäufer gesagt hat, kann man auch in Raten bezahlen;-), aber man kann sich da auch das eine oder andere abschauen und zu Hause ein bisschen kreativ werden. Ich habe schon wieder ein paar Projekte auf Lager. :-) Ich werde mir aber auf jeden Fall mal die Zeit nehmen und in Hunzenschwil vorbeischauen.
Überzeugt haben mich auch die Schnucki Produkte. In einem bequemeren, lustigeren und funktionelleren Sitzsack bin ich noch nie gesessen und minimum einen werde ich mir nächsten Sonntag reinziehen!
Wer an Wasserpfeifen, speziellen Kleidern, Schals, Schmuck und Deko interessiert ist, ist natürlich mit dem Gastland Ägypten super bedient und die Verkäufer da sind wahrscheinlich sehr ähnlich wie in Ägypten auf dem Markt, muss man sich nämlich schon vom einen oder anderen losreissen. Kann passieren, dass man plötzlich eine Wasserpfeife für CHF 20.00 in der Hand hält, die man überhaupt nicht will oder braucht!
Auch wer eher asiatische Produkte sucht ist an der Muba richtig. Kimonos und wunderschöne Blousen, Taschen und Frauenkleider zu Spotpreisen!
Jetzt will ich aber überhaupt nicht mehr viel verraten und wer wissen will, was eine Kochblume ist und wie sie funktioniert oder wer spezielle und fremde Küchengeräte vorgeführt bekommen will, muss selber hingehen.
Die Muba hat ihre Türen noch bis zum 13.02.2011 geöffnet. Also nix wie hin!

Samstag, 22. Januar 2011

Rewind - The 90ies


Bianca plant gerade eine 80er/90er Geburtstagsparty und ich liebe Motto-Parties. Da ich vor Kurzem schon an einer 80er Motto Party Gast war, entschied ich mich für die 90er, eine für mich nicht gerade einfache Entscheidung, WEEEIIIL: Ich hasste die 90er! Zu bunt, zu schrill, zu beschissen! Ich musste mir also Gedanken machen und kreativ werden...

Anfangs 1990 war ich 7 Jahre alt, sammelte bestimmt Glasschnuller und hatte ein Stickeralbum, hatte gerade eine schwere Krankheit überstanden, hatte meinen ersten Kontakt mit Drogen (gab es damals nur in Amerika? Mööööööööööööööööhhh - falsch gedacht!), hatte eine "komische", (meist von anderen Leuten so betrachtet), Familie die ich zweifelslos und überalles liebte und war im Begriff eine eher unspektakuläre und erfolglose Schulkarriere hinzulegen. Ich galt als zurückgeblieben und kindlich - ist es ja auch seeeeeeeeeeehr schlimm mit 7 Jahren noch ein Kind zu sein!!! Das ging schon damals nicht! Und es wurde schon nach den ersten 6 Wochen Schule von meiner Lehrerin, Frau Kalt, die ein weiblicher Hitler war behauptet, dass ich NIE lesen und schreiben lernen würde. (Muss ich hier in meinem Blog erwähnen, dass ich schon ziemlich früh meine Leidenschaft im Lesen und Schreiben fand? Ich las so ziemlich alles von Federica de Cesco und Astrid Lindgren.) Hätte die Lehrerin damals gesagt, dass Sophie nie rechnen lernen würde, hätte sie recht gehabt und wäre saustark gewesen! Aber so: Das einzige was ich damit bekam war ein geknicktes Selbstvertrauen und ich hielt mich dadruch selbst nicht für besonders schlau... kein guter Start für einen Erstklässler.
Das einzige was ich in dieser Zeit wirklich spitze fand, war das Quartier in dem ich gross wurde: Draussen mit dem Fahrrad oder den Rollschuhen rumzukurven und Power Rangers, X-Men und Turtles nachzuspielen. (Bei den Power Rangers war ich die pinkige Figur, bei X-Men war ich Rouge (Eine junge Mutantin mit der Fähigkeit, durch Berührung die Gedanken und Kräfte anderer Leute zu absorbieren, die zunächst jedoch unkontrolliert war) und bei den Turtles musste ich für April oder Mr. Splinter hinhalten, weil ich fast das einzige Mädchen im Quartier war.)
Ja und dann starb Freddie Mercury und mit ihm irgendwie auch ein Stück Musik, so kam es mir vor. Meine beste Freundin wanderte aus nach Spanien und ich fühlte mich, als wäre mein Leben bereits vorbei! 1992 sass ich vor dem Fernseher und schaute mir "The Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awarenes" live im Fersehen an und hoffte, dass nicht gleich alles sterben würde! Ich musste mich in der Schule schon genug für meinen Musikgeschmack (Guns-N-Roses, Bon Jovi, Queen, Iron Maiden, Metallica, Mr. Big, Depeche Mode usw.) wehren und was da neben mir auf dem Sofa lag, sah auch nicht besonders gesund aus, aber darauf kann ich nicht genauer eingehen. Punk und Rock lag im Sterben und ich hatte Angst, dass für den Rest meines Lebens nur noch Eurodance-Mist und Techno im Radio laufen würde. Das war zwar nicht meine einzige Sorge die ich hatte, aber eine sehr grosse! Zum Glück gab es den Grunge noch! Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana, Alice in Chains füllten mein Zimmer mit starker Musik. Ach ja! Und Soul Asylum und Green Day mit Dookie und 4 Non Blondes - bei denen ich bis heute überhaupt nicht verstehen kann, warum da kein weiteres Album mehr kam! Ich sass eh die meiste Zeit vor MTV oder meinem Radio, anstatt Mathe zu lernen. Darum kann ich heute eine menge Songs auswendig mitsingen, aber immer noch nicht wirklich rechnen. Und wisst ihr was? Ich find das auch gut so! :-)
Bei meiner Kleidung fand ich auch meistens nicht den richtigen Ton... die 90er waren mir einfach zu bunt. Obwohl ich auch zum Teil komisch farbige Leggins, komische Pullis und farbigen Schmuck trug, schaffte ich es, mit meinen zuerst Jeans-Stiefeln, ein wenig später meinen ersten Cowboy-Stiefeln und meinem Bon Jovi Shirt, das ich 1993 an meinem ersten Bon Jovi Konzert (Vorband Billy Idol) von meiner Mutter geschenkt bekommen hatte, aufzufallen. Nicht wirklich positiv. Es war für mich Nebensache, dass das Bon Jovi Shirt und das Guns-N-Roses Longsleeve viel zu gross waren.
Ab Mitte der 90er fing ich mich dann an, für Jungs zu interessieren und passte mich den Hype-Kleidern wie z.Bsp. Latzhosen von Levis ein wenig an. Nur meine Converse Schuhe gab ich nie auf (für die Disco mussten dann Plateau-Schuhe hinhalten) und während Blümchen, DJ Bobo und Konsorten mir immer noch den letzten Nerv raubten, konnte ich mich wenigstens mit den Fugees, Cypress Hill, Music Instructor und Alanis Morissette gut abfinden.
Aber mit der Liebe klappte es irgendwie auch nicht wirklich! Als hätte ich nicht schon genug durchgemacht, war ich wohl bis Ende der 90er ständig im Liebeskummer gefangen - und Leute - ich kann leiden wie ein Hund!:-D Zum Glück war mein CD-Regal voll von depressiver Grunge- und Rockmusik, hehe!

Wenn man sich so über ein Jahrzehnt Gedanken machen muss, kommt einem schon eine Menge in denn Sinn. Wegen dieser Party besitze ich nun wieder ein paar Latzhosen, Neonspraydosen, eine Glasschnullerkette, eine runde Sonnenbrille, grüner Lidschatten und eine "Spinnenbein-Frisur mit Zöpfchen". Kennt ihr die noch? hahaha... Zum Schluss bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass die 90er für mich sehr aufregende Jahre waren, und wenn ich mir heute Songs von MC Hammer, Snap, Haddaway, Dr. Alban, Richard Marx und auch von gewissen Boygroups (die ich komplett ALLE schrecklich fand!!!) anhöre, bin ich froh in dieser Zeit vom Kind zum Teenie mutiert zu sein. Denn was das Radio heute von sich gibt, find ich noch viel schlimmer und das was heute diese It-Girls und Boys tragen, ist alles bereits dagewesen! Und nun: Ab in die Klamotten und back to the 90ies, baby!

Nick Kamen mit "I Promised myself" finde ich heute auch ganz toll! :-)

Mittwoch, 12. Januar 2011

Uncut


Macht ein geschnittener Horrorfilm Sinn? Kann man das nicht vergleichen mit einem Schwimmbad ohne Wasser im Becken, einem Skirennen ohne Schnee, einem Wettkampf ohne Sieger oder einem Live-Konzert ohne Musik? Oder ist das nicht so, als würde man eine Spielkonsole zu Weihnachten geschenkt bekommen, aber keine Games? Oder ein DVD-Player ohne Kabel zum Anschliessen?

Darauf gekommen bin ich, weil ich kürzlich einen Film gesehen habe und der war so was von geschnitten, dass selbst ich es gemerkt habe! Es ist mir auch bewusst, dass ein guter Horrorfilm nicht unbedingt viel zeigen muss. Die Spannung kann auch so, ohne extrem blutige Bilder, hoch gehalten werden. Siehe „Es“ oder „Blair Witch Project“ (Sind das überhaupt Horrorfilme?). Doch wenn ich einen Film schaue, der fast zusammenhangslos wird, weil so viel geschnitten wurde, verstehe den Sinn nicht, warum man so was auf den Mark bringt. Dann kann man es ja gleich sein lassen, nicht?

Es geht um Tanz der Teufel. Da war ein Mann draussen und schaute zu Boden wo eine Halskette lag. In der nächsten Szene stand er wieder in der Hütte und zwar so was von blutverschmiert! Da muss also in der Zwischenzeit ordentlich viel passiert sein.

Oder da rennt eine Frau durch den Wald und plötzlich hat sie weniger an als vorher und sieht schlimmer zugerichtet aus. Keine Ahnung warum.

Schlimm ist es dann vor allem, wenn auf der DVD-Hülle noch "ungeschnitten - uncut" steht. Sonst könnte man sich ja drauf vorbereiten. Ich machte mir viel zu viel Angst und passiert ist schlussendlich nicht wirklich viel... also zwischen den Szenen wahrscheinlich schon.

Wisst ihr, was auch HORROR ist? Wenn man das erste Mal bei den Eltern des neuen Freundes ist, die Tage hat und die Katze aus dem Mülleimer den blutigen Tampon herausgrübelt und damit durch die ganze Wohnung tollt. Zum Glück nicht mir passiert, nur eine kürzlich gehörte Geschichte. Oder geht das nun mehr unter Komödie?

Montag, 10. Januar 2011

Hello Kitty muss sterben - von Angela S. Choi


Hält man dieses Buch in den Händen, ob in der Bahn oder auf einer Parkbank, fällt man ohne es zu wollen auf. Es ist soooo was von pink, dass einem die Augen schmerzen!
Und es ist mörderisch gut! Eine dreiste, schnelle, rotzige Story über verlogene Moral, die Perversion des American Dream und den Verniedlichungskitsch in unseren Kinderzimmern. Was uns zu Hello Kittys = It-Girls und ja auch It-Boys machen soll.

Fiona Yu ist eine hochintelligente junge Frau und eine unterforderte Spitzenjuristin. Und wenn man in Amerika aufwächst, aber in einer freundlichen, doch sehr traditionellen chinesischen Familie gross geworden ist, darf man auch ruhig ein bisschen verwirrt sein. Und das ist Fiona auch! Fiona will nicht länger die "Hello-Kitty-Rolle" spielen, die ihre Eltern von ihr erwarten: Stumm sein, quasi keine eigene Meinung zu haben und einen chinesischen Mann zu heiraten.
Beiläufig erfährt man auch, dass ein neues Jungfernhäutchen etwa genau so viel kostet wie eine Channel-Handtasche. Nur was ist wichtiger, wertvoller?
Erst als Fiona einen alten Schulfreund wieder findet, der aus einem ziemlich zerrütteten Elternhaus stammt und von einer Hello-Kitty-Mutter grossgezogen wurde und der sich vom Aussenseiter zum einem eleganten Serienkiller gemausert hat, nimmt ihr Leben richtig Fahrt auf.
Gemeinsam erleben sie eine rasante Zeit jenseits der gängigen Klischees von Leidenschaft und Sex. Dass eine gehörige Zahl von Menschen für diese Vision mit dem Leben bezahlen, ist es ihnen wert...

Obwohl hier eine Frau rosa sieht und das Buch so was von pink ist, kann man es ruhig auch Männern empfehlen. (Wenn man das in der Öffentlichkeit nicht zeigen will, kann man es ja auch in Zeitungspapier einwickeln.)
Das Buch liest sich in einem Zug und auch wenn ich It-Girls und -Boys nicht besonders mag, muss man ja nicht gleich alle umlegen. Man braucht ja schliesslich auch als Aussenseiter was zu lästern!:-) In diesem Sinne: Viel Spass beim Lesen!


Erschienen im Luchterhand Verlag
ISBN 978-3-630-87339-8
282 Seiten

Donnerstag, 6. Januar 2011

Schlechtes Omen?


Wir schreiben heute den 06. Januar 2011… es sind bald 6 Tage im neuen Jahr vergangen und ich weiss nicht… aber können wir nicht wieder ins alte Jahr zurück? Irgendwie habe ich mich da besser… sicherer gefühlt…

Da fallen tote Vögel vom Himmel, Australien wird fast überflutet (und sind wir mal ehrlich, von da sind wir uns eher Hitze- und Trockenheitswellen gewöhnt als Flut), Dioxin-Lebensmittel ist im Umlauf (Schweiz scheinbar nicht betroffen), ein Flugzeug wird entführt und was wir von BP schon laaaaaaaaaange geahnt haben, wird Tatsache: Oelpest ist passiert, weil man Geld sparen wollte. Aus Kostengründen. Was für ein Scheiss! Man möchte solche Meldungen doch einfach nicht glauben!

Und stellt euch vor, ihr sitzt ca. seit 30 min. bei der Arbeit. Hinter der Trennwand eures Grossraumbüros hört ihr plötzlich komische Geräusche, als würde sich jemand fürchterlich über den PC aufregen. Du machst Witze über die Geräusche, eine andere Kollegin regt sich eher auf. Dann wird es unruhig, Hilferufe werden lauter. „Sie verkrampft!“ „Sie ist erstarrt!“ „Atmet Sie?“ „Hilfe! Wählt 114!“ Ich so: „Ich mach das, denn mit 114 wirst du nicht den Notfall erreichen!“ Es ist krass, wie schnell man in einer Notfallsituation alles vergisst. Dann wählt man 144 und wisst ihr was? Es kommt ein Band das sagt: „Es wird soeben ein anderer Notfall gemeldet.“ Ich so das Band anschreiend und auf die am Boden liegende Person mit erstarrtem Körper doch offenen Augen zulaufend: „Halloooo?!?! Mach vorwärts! Das ist auch ein Notfall! Gibt es ja überhaupt nicht!!! Eine Warteschleife beim Notfall!!!“ Bis dann aber doch relativ prompt ein Herr abnimmt, der wissen will, was schon gemacht wurde, der befielt, dass man die Person in Seitenlage bringen soll und der sagt, man solle an die Hauptstrasse stehen und auf den Krankenwagen warten. Diesen Part übernahm ich, da sich schon mehrere Personen um die schnee-weisse erstarrte Person versammelt hatten. Die längsten 10 – 15 Minuten meines Lebens waren das! Warten auf den Krankenwagen und keine Ahnung haben, was drinnen passiert. Da braucht man erst mal eine Zigarette und fluchen über die Kälte lenkt auch ab!

2 Tage später 6.15 Uhr, das Telefon klingelt. „Hab ich verschlafen, hab ich verschlafen?!?!“, höre ich mich rufen, während ich nach meinem Handy greife. Der Frühdienst ruft an (ja, wir haben einen Frühdienst im Büro) und meldet, dass er einen Autounfall hatte und ich einspringen soll. Ist zum Glück nicht mehr passiert als ein bisschen Blechschaden. „Ai, ai Captain!“ Ist ja alles kein Problem, aber wir haben erst den 06. Januar 2011 und ich empfinde dieses Jahr bereits als das längste Jahr aller Zeiten!

Und ich stelle fest: Es fallen nicht einfach tote Vögel vom Himmel, wahrscheinlich ist auch da wieder irgendwie Geld im Spiel…